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Mein 2014 in 10 Songs.

Nachdem es leider mal wieder lange Zeit still auf dem Blog war, möchte ich nun einen musikalischen Rückblick auf mein Jahr 2014 werfen. Beginnen möchte ich hierbei mit meinen 10 Lieblingssongs. Also nicht eine Top10 der Lieder die Jahr im Jahr 2014 erschien, sondern eine Top10 der Lieder, die ich (laut Last.FM) am häufigsten gehört habe. Ganz unabhängig vom Erscheinungsdatum. Viel Spaß beim Lesen!

1: Cloud Nothings – I’m Not Part Of Me (2014)

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Selten hat man bei einer Band das Gefühl: „Boah, so etwas habe ich noch nie gehört.“ Bei den Cloud Nothings war das definitiv der Fall. Die drei Mannen aus Cleveland haben ein deutlich lauteren, aggressiveren Sound als die meisten Indie-Rock-Bands. Sie hauen auf ihre Instrumente ein als gebe es kein Morgen. Doch trotzdem bleiben sie dabei melodiös, so dass sie ohne Probleme in jeder Indiedisko gespielt werden könnten. Wie man das Genre nun genau nennt, welches diese Band schuff, da streiten sich die Geister. Manche nennen es Post-Hardcore. Aber eines ist es auf jeden Fall. Genial!

Wie es der Zufall wollte spielten Cloud Nothings letztes Jahr auf meinem heimatlichen Immergut Festival und sie hielten, was sie auf ihren Platten versprachen. Energie Pur!

„But I’m not, I’m not you
You’re a part of me, you’re a part of me.“

2: Broken Bells – Holding On For Life (2013)

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Es liegt inzwischen schon einige Jahre zurück, dass ich das erste Mal den Film Garden State sah. Doch nachdem ich Zach Braffs modernen Indiefilmklassiker schaute, hatte ich nicht nur einen neuen Lieblingsfilm, sondern auch eine neue Lieblingsband gewinnen. Und so ging es etlichen Menschen auf unseren Planeten. Ohne Garden State würden The Shins wahrscheinlich immer noch in irgendwelchen kleinen Buden in Albuquerque spielen. Doch Gott sei Dank tun sie es nicht. Im letzten Jahr kam zwar kein neues Shins-Album raus, aber James Mercer, der charismatische Frontmann der Truppe brachte mit seinem Nebenprojekt den Broken Bells ein zweites Album raus und die Single-Auskopplung „Holding On For Life“ entwickelte sich bei mir zu einem wahren Ohrwurm.

„Ooh ain’t nobody callin‘
Ain’t nobody home
What a lovely day to be lonely“

3: Oasis – The Masterplan (1995)

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Alles was Noel Gallagher zwischen 1994 und 1996 anfasste wurde zur Gold. Noch heute kann halb Großbritannien sämtliche Hits aus der „Definitely Maybe“ und „What’s The Story Morning Glory“-Ära mitsingen. Doch Noel verschleuderte fast sein Talent, viele großartige Lieder schafften es nicht auf die Platten und kamen im besten Fall nur als B-Seite raus. Einer dieser Songs ist „The Masterplan“. Gleichzeitig auch Titelsong der Oasis-B-Seiten-Kollektion aus dem Jahre 1998. Heute ein häufiger Bestandteil der Setlists der High Flying Birds damals ein unerkannter Schatz.

„I’m not saying right is wrong
It’s up to us to make
The best of all things that come our way“

4: CHVRCHES – The Mother We Share (2013)

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Wer es als Newcomer-Band mit gerade einmal 13 Songs schafft die Columbiahalle in Berlin bis auf den letzten Platz voll zu machen, kann wohl von sich behaupten er hat es geschafft. Das Electro-Pop-Trio aus Glasgow ist es gelungen, dass ihr Debütalbum, wie ein Best-Of-Album klingt. Ein Album ohne Schwachstelle mit einem Ohrwurm nach dem anderen von einer Band, die an Elektro-Pop-Größen der Achtziger, wie New Order erinnern lässt.

„Into the night for once, we’re the only ones left
I bet you even know, where we could go
When it all fucks up, you put your head in my hands“

5: We Were Promised Jetpacks – Quiet Little Voices (2009)

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Der nächste Song ist auch einer der immerguten Momente des letzten Jahres. Die Live-Bands haben schon lange Feierabend und im Partyzelt legen die DJs vom Karrera Klub auf. Die Stimmung ist zwar gut, doch nicht herausragend. Doch dann ertönt eine schnell gespielte Bassline aus den Boxen und die Menge bebt. Es waren We Were Promised Jetpacks aus Schottland. Eine Band, die ein Jahr zuvor auf dem Immergut spielte und scheinbar einen bleibenden Eindruck hinterließ. Nachdem ich sie im Herbst im Lido sah, muss ich auf jeden Fall sagen: Zu Recht!

„Quiet little monsters creep into my head
I’ll fall for you
I’ll fall for you
I’ll fall for you“

6: Bruce Springsteen – Atlantic City (1982)

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Springsteen’s Songs sind ein großer Teil meiner Kindheit. In jeder noch so langen Autofahrt quer durch Europa liefen seine Platten und haben mich und meinen Musikgeschmack bis heute sehr geprägt. Im letzten Jahr war es vor allem Atlantic City von seinem düsteren Folkalbum Nebraska, das es immer wieder in meine Playlist schaffte. Eigentlich hatte Bruce Springsteen im Januar 82 vor, nur Demos für ein neues Album aufzunehmen. Ausgestattet mit einer alten Gitarre, einer Mundharmonika und einem billigen Aufnahmegerät nahm er einige Songs auf. Doch die späteren Versuche diese Demos in vollwertige Produktionen mit der E-Street-Band zu verwandeln, scheiterten. So entschied „The Boss“ schlicht weg einfach die Demos zu veröffentlichen. Damals ein Flop sowohl an der Kasse als auch bei Kritikern, gilt es heute als eines seiner besten Alben. Atlantic City handelt von einem jungen Pärchen, welches versucht der Tristheit Atlantic Citys zu entfliehen.

„Everything dies baby that’s a fact
But maybe everything that dies someday comes back
Put your makeup on fix your hair up pretty and
Meet me tonight in Atlantic City“

7: Olli Schulz & der Hund Marie – Weil die Zeit sich so beeilt (2003)

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Deutsche Musik war für mich in den letzten Jahren immer eine Randerscheinung. Zum größten Teil kam britische oder zumindest englischsprachige Musik aus meinen Boxen. Geändert hat das eine Person: Olli Schulz. Da ich wenig fern seh, war er mir nicht Mal durch seine Auftritte bei neoParadise und Circus HalliGalli bekannt. Schande auf mein Haupt. Doch trotzdem entdeckte ich ihn irgendwie eines Tages und seitdem weiß ich, dass auch deutsche Musik gleichzeitig melancholisch und erfrischend und dabei mit einer großen Portion Wortwitz ausgestattet sein kann. Danke, Olli!

„Der Trost ist, dass ich zwei kenn, die aus all dem lernen
Der eine bist wohl du
Der andere wär ich gern.“

8: The Libertines – Music When The Light Goes Out (2004)

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Die Libertines sind wohl eine der wenigen Bands, die den 2000ern wirklich einen Stempel aufgedrückt und gleichzeitig einen gewissen Mythos um sich aufgebaut haben. Eigentlich hatte ich schon damit abgeschlossen Pete & Carl mal zusammen live zu sehen. Doch manchmal geschehen Wunder. Alle die Mr. Doherty für einen heroinabhängigen Idioten halten, beweist er spätestens mit „Music When The Light Goes Out“ das Gegenteil. Ein wahres Meisterwerk und einer meiner absoluten Lieblingssongs, der beweist das Pete Doherty einer der größten Songwriter unserer Zeit ist. Mindestens.

„And all the memories of the pubs
And the clubs and the drugs and the tubs
We shared together
They’ll stay with me forever“

9: Cage The Elephant – Come A Little Closer (2013)

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Manchmal geht man auf ein Konzert von einer Band, von der man nur sehr wenige Songs kennt. Danach bleibt das entweder dabei oder man wurde komplett von den Socken gerissen und zieht sich die Ganze Diskografie in Windest Eile rein. Zweites ist mir bei Cage The Elephat aus Kentucky passiert. Die Band ließ live ein wahres Feuerwerk los und es ist ein Wunder, dass das Lido in Kreuzberg noch steht.  Drei Gitarristen und ein Sänger, der zumindest wirkte, als wenn er eine Überdosis Speed intus hat, sorgten für ein super intensives Konzert und dazu, dass die Single aus den aktuellsten Album es bei mir zu einem der meist gespielten Songs des letzten Jahres schaffte.

„Come a little closer, then you’ll see
Come on, come on, come on
Things aren’t always what they seem to be
Come on, come on, come on“

10: Dan Croll – From Nowhere (2013)

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Dan Croll ist einer der Newcomer des Jahres 2014, der Gute-Laune-Songs garantiert. Sein bekanntestes Lied „From Nowhere“ schaffte es in mehrere Soundtracks und dient als musikalischer Untermalung einiger Werbeclips. Wahrscheinlich einer der Indie-Sommer-Hits des letzten Jahres. Doch dem sympathischen Briten ist der Erfolg nicht zur Kopf gestiegen, so erstellt er z.B. auf YouTube fleißig Gitarren-Tutorials für seine Songs.

„Every now and then I fall
Every now and then I lose control
In your eyes I see your thoughts surrounding me
And I’ve a little bit of thought for you“

Wer einen Eindruck in meine musikalischen Favoriten des letzten Jahres bekommen möchte, kann hier reinhören:

 

3 Kommentare

  1. FriedlVonGrimm sagt

    Oh jaaa, das Konzert von „Cage The Elephant“ war großartig. Selten jemand so stagediven gesehen. Hast du dir danach noch ein Autogramm geholt?

    • Ja, Matt Shultz ist wahrscheinlich eine der wenigen Personen, die die Diskokugel im Lido berührt haben. Nein leider nicht, war er da auch so aufgedreht? 😉

      • Franzi sagt

        Ahaha, überhaupt nicht. Ich bin normalerweise auch niemand, der die Musiker danach noch nerven mag, aber der stand da einfach in der Mitte rum mit einer Handvoll Fans. Da dachte ich, nutze ich die Chance und lasse meinen Chuck mal wieder bemalen (Ich frage nie nach einem Autogramm, sondern immer ob man mir was zeichnen können^^) und sage ihm, dass seine „Never Mind The Buzzcocks“-Episode genial war. Letzteres hatte ich natürlich vollkommen vergessen, nachdem der Herr meine Schuhe ausgedehnt inspizierte und auf eine so ruhige, aufrichtige Weise mir sagte, dass ich rocke. Hat ihn ja niemand dazu gezwungen sowas zu sagen. So eine feine Geste. Ach Mensch…verliebe mich gerade wieder in ihn. *lach*

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