Song of the Week
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Song der Woche: AnnenMayKantereit – Wohin du gehst (2013)

AnnenMayKantereit das sind Christopher Annen, Henning May und Severing Kantereit aus Köln. Eine Band für die der Begriff Indie, wie die Faust aufs Auge trifft. Die drei, die jahrelang auf den Kölner Straßen musizierten haben kein Label (und wollen auch keins) und ihre Musik ist weder auf Spotify, ITunes oder Amazon zu finden. Es gibt lediglich einen kleinen Onlineshop, auf dem das selbstproduzierte Album allerdings komplett ausverkauft ist. Dafür hat die Band auf Facebook über 80.000 Fans und die YouTube-Videos laufen bei vielen Menschen (inklusive mir) in Endlosschleife. Letztes Wochenende durften sie auch mehrere Tausend Menschen bei Rock am Ring von ihren musikalischen Fähigkeiten überzeugen. Ein kleines deutsches Musikwunder also, das ich leider viel zu spät entdeckt habe. Ironischerweise kannte ich sogar ihre Vorband Von Wegen Lisbeth früher. Das passiert wenn man Spotify als primären Kanal zum Musik entdecken verwendet.

Aber nun zurück zur Musik. AnnenMayKantereit spielen eine Mischung aus Indie, Folk, Blues und Americana und klingen dabei, als würden sie aus einer Zeit kommen, in der Musik noch mehr Bedeutung hatte. Das markanteste an diesem genialen Trio ist sicherlich die imposante Stimme vom Sänger Henning May. Der eher schmächtige junge Mann Anfang zwanzig bringt Töne aus seinem Sprachorgan , die uns an keine geringeren als Tom Waits oder Rio Reiser erinnern lassen. Sonst sind in der Musik der drei Kölner auch Einflüsse aus dem schwarzen amerikanischen Blues, dem Folk der Sechziger Rund um Bob Dylan oder auch Anklänge der Indie-Pioniere Violent Femmes zu erkennen. Auf Englisch gesungen wird teilweise auch. Man darf also auf jeden Fall gespannt sein, was in den nächsten Jahren noch kommt. Vielleicht ist es der Anfang von etwas ganz Großem. Ich für meinen Teil habe zumindest eine neue Lieblingsband entdeckt.

„Zwischen uns wird’s immer anonymer und wir reden gar nicht drüber.“

 

 

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