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Lisa Mitchell – Das australische Fräuleinwunder

Ich muss es zugeben, ich gehöre zu den Menschen die 2009 Unser Star für Oslo geschaut haben. Die Show in der Lena Meyer-Landrut für den Eurovision Song Contest gecastet wurde, den sie anschließend überraschenderweise auch gewann. Lena überzeugte vor allem damals für ihre für eine Castingshow ungewöhnliche Songauswahl. Sie sang nicht den neuesten Charthits á la Beyoncé, sondern Künstler wie The Cure, Kate Nash oder eben Lisa Mitchell.

Seitdem ist mir Lisa Mitchell ein Begriff und ihre Songs Teil meiner Playlist. Auch die Telekom erkannte ihr Potenzial und untermalte ihre Werbung mit dem Song Neopolitan Dreams. Nun über fünf Jahre später, ist Lisa Mitchell mal wieder auf Europa-Tournee und lieferte auch unserer schönen Hauptstadt einen Abstecher. Für gerade einmal 14 Euro gab sie in dem Sommerloft auf dem Arena Gelände ihre Songs zum Besten.

Den Einstieg zum Abend  lieferte Janine Villforth, eine junge Sängerin aus Berlin. Nur von der Gitarre begleitet, lieferte sie eine beeindruckende Leistung und konnte mit ihrer tollen Stimme überzeugen. Neben ihren eigenen Songs lieferte sie u.a. ein akustisches Cover von The Black Keys – Lonely Boy. Es lohnt sich also definitiv mal reinzuhören!

Doch dann kam Lisa Mitchell auf die Bühne. Die sonst eher träumerisch und introvertiert wirkende Sängerin überraschende mit ihrem Glitzer-Outfit. Selbst die Socken glitzerten. Begleitet wurde sie lediglich von dem Multiinstrumentalisten Tim. Lisa spielte hauptsächlich auf der Akustikgitarre oder dem Keyboard, Tim benutzte die E-Gitarre oder den Bass. Als besonderes Feature wurde ein Kassettenplayer eingesetzt, um ihre Musik mit zusätzlichen Effekten zu untermalen. (Ja, genau das Ding aus dem die Kinder der 90er Bibi-Blocksberg oder Benjamin-Blümchen-Kassetten gehört haben.) Die beiden lieferten sicherlich keinen Perfektionismus. Mal war die Kassette nicht zurückgespult, der Kassettenplayer lieferte komische Geräusch oder bei den ersten Noten eines Songs wurde sich verspielt. Aber sein wir mal ehrlich, wenn wir perfekte Musik hören wollen, sperren wir uns in unsere Kammer und hören uns Schallplatten auf unserer schweineteuren Anlage an. Kleine Fehler machen Live-Musik aus und so einzigartig!

Gespielt wurden viele neue Songs, wie die aktuellste Single Wah Ha, aber natürlich auch bekannte Stücke wie Coin Laundry und zu guter Letzt natürlich auch Neopolitan Dreams, welches als Zugabe serviert wurde. Gefehlt hat mir persönlich nur das beeindruckende Dire-Straits-Cover Romeo and Juliet, welches oft Teil ihrer Setlist ist. (Unbedingt mal anschauen!) Aber man kann ja nicht alles haben.  Insgesamt lieferte Lisa Mitchell vor der Abenddämmerung Berlins ein wunderbares Konzert und konnte die Zuhörer für eine Zeit in ihre melancholische Welt reißen. Hoffentlich dauert es nicht wieder 5 Jahre bis sie Berlin das nächste Mal einen Besuch abstattet. Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen vom Konzert!

„I turn my head up to the sky
I focus one thought at a time
I do not let the little thieves under my tightly buttoned sleeve“

 

 

 

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