Konzerte & Festivals, Musik
Schreibe einen Kommentar

Mark Knopfer – Ein Abend mit Blues und Folk

Ein Abend mit Mark Knopfler stand auf der Karte und man denkt zunächst an eine entspannte Wohnzimmer-Atmosphäre. Doch Mark Knopflers Wohnzimmer war letztes Wochenende die Mercedes Benz Arena in Berlin. Hier gab er vor mehreren Tausend Zuschauern neue Stücke und alte Dire-Straits-Klassiker zum Besten.

Keine Vorband. Marc Knopfler legt den Fokus auf das Wesentliche. Pünktlich, nur wenige Minuten nach acht Uhr kam der Gitarrengott samt Gefolge auf die Bühne. Doch dann die Enttäuschung  – Bass zu laut, Gitarre zu leise und irgendwie der ganze Sound viel zu matschig. Ich frage mich bis heute warum man Konzerte in x-beliebigen Mehrzweckhallen macht. Zum Glück wurde das Ganze mit der Zeit zumindest etwas besser.

Den ersten Teil des Konzerts widmete Mark Knopfler vor allem seinen Solostücken. Auch wenn es paradox klingt, so rückt seine Person hierbei oftmals mehr in den Hintergrund als bei Dire-Straits-Songs und er gibt anderen Instrumenten mehr Raum. Präsentiert wurde uns hierbei  eine große Mischung aus alle möglichen Genres Folk, Blues, Americana aber auch klassische oder funkige Einflüsse waren zu finden. Sicherlich wurde musikalisch aller erste Klasse präsentiert. Doch richtige Hits schrieb Mark Knopfler während seiner Solozeit (vielleicht sogar bewusst) nicht. So erreichte er das Publikum auch erst mit dem siebten Song so richtig. Mit Romeo & Juliet, vielleicht eines der größten Liebeslieder aller Zeiten zog ein magischer Bann durchs Publikum. Mit dem anschließenden Megahit Sultans of Swing setzte Mark und seine grandiose Band noch einen drauf. Während der ausschweifenden Gitarren-Soli schwelgte ich in Erinnerungen an meine Kindheit als in den nahezu endlosen Autofahrten im Sommerurlaub Richtung Toskana oder Provence immer die Dire Straits aus dem Volvo meines Vaters ertönten.

Anschließend gab es im weiteren Verlauf einen Mix aus Solostücken von unterschiedlichsten Alben und altbewährten Dire-Straits-Liedern. Insgesamt 17 Songs wurden gespielt. Das klingt wenig, bei Songlängen von fünf bis zehn Minuten kommt man aber auch auf eine stolze Länge von zwei Stunden. Sicherlich hätten sich der Großteil der Zuschauer ein reines Dire-Straits-Konzert gewünscht. Doch man kann einen Künstler nicht übel nehmen, dass er nicht ausschließlich seine 30 Jahre alten Songs spielen möchte. Mark Knopfler ist der Balance-Akt zwischen Alt und Neu auf jeden Fall gelungen und zeigt noch immer, dass er einer der besten Gitarristen auf unserem Planeten ist. Ein kleines Manko war definitiv die Location. Aber die liegt ja nicht ausschließlich in den Händen des Künstlers. Also auch im Alter von 65 ist Marc Knopfler immer noch für ein sehr gelungenes Konzert gut! Für wen sowohl Marc Knopfler, als auch die Dire Straits nur Bahnhof bedeuten, der sollte sich jetzt definitiv das Video anschauen!

„And I dreamed your dream for you, and now your dream is real
How can you look at me as if I was just another one of your deals?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.