Berlin
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Gentrifizierung im Burgerladen

„Einen veganen Burger mit extra Bacon“ sagte sie, nachdem sie mit der inzwischen genervten Servicekraft minutenlang alle möglichen Menüvariationen durchgegangen war. Während ihre zwei Kinder brav, wie Zinnsoldaten auf der Bank saßen und warteten. Sie, eher etwas verwegen mit braunen Haaren, die zum Zopf gebunden waren und großer Brille, genauso wie ihre beiden Kinder von Kopf bis Fuß in Jack-Wolfskin-Kluft gehüllt – immer bereit für den nächsten Schneesturm. Vermutlich trägt sie immer noch den Doppelnamen aus ihrer gescheiterten Ehe. Die Minuten bis zur Fertigstellung des Gerichts vergingen. Sie las währenddessen im Feuilleton einen Bericht zum neuesten Schweiger-Film. Ein Klingeln läutet. Das Essen ist fertig. Sie stolpert zum Tresen. Die Studenten, die inzwischen auch den Laden erreicht haben, blickten sich gegenseitig mit verängstigten Augen an. Bei dem Anblick der Frau wussten sie genau. Wir sind die nächsten, die hier verdrängt werden.

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